Ich möchte den Versuch wagen, etwas näher auf die Wirkungsmechanismen von Arzneimitteln einzugehen.

In der so genannten Schulmedizin wird z.B. hyperaktiven Kindern gern das Medikament Ritalin (
Methylphenidat) abgegeben. Es hat bei diesen Kindern eine beruhigende Wirkung zur Folge.

Das ist um so bemerkenswerter, als es sich um eine Kokain verwandte Droge handelt, die eindeutig aufputschende Wirkung hat, wie viele Topp-Banker bestätigen würden.

Das Medikament Ritalin wird sozusagen „homöopathisch“ eingesetzt. Eine extrem anregende Droge beruhigt Menschen, die von ihrem Charakter oder den Lebensumständen her zur Agitiertheit neigen.

Doch hier handelt es sich nur um die halbe Wahrheit.

Die Erstwirkung der Droge Ritalin ist anregend, die folgende Zweitwirkung - wenn der Spiegel des Medikamentes im Organismus eine bestimmte Grenzwert übersteigt bewirkt dann das genaue Gegenteil (beeing stoned) um mit zunehmender Ausscheidung (
exzitatorische Wirkung) aus dem Körper wieder eine Agitiertheit hervor zu rufen, die nach einer erneuten Einnahme der Droge verlangt (im Schweizerdeutsch „uf em Aff sy“) sich also auf dem kalten Entzug zu befinden.

Das ist der Grund, warum Arzneimittel so genannt eingestellt werden und dann von den Patienten regelmässig genommen werden müssen, damit ihre Konzentration im Gewebe oder Blutspiegel nicht unter einen kritischen Wert zu sinken beginnt (Entzug) oder zu hoch dosiert ist.

Im Beipackzettel des Hersteller von Ritalin wird interessanterweise davor gewarnt, Ritalin zum Beispiel an Burnout-Patienten zu verschreiben.
“Ritalin/- SR/- LA sollte nicht für die Prävention oder Behandlung normaler Ermüdungszustände verwendet werden.” (
Fachinformation des Arzneimittel-Kompendium der Schweiz®
Ritalin®/- SR/- LA
NOVARTIS PHARMA
Untersteht dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe
AMZV 9.11.2001
)
Dieses Phänomen der Erst-, Zweitwirkung und der sogenannten exzitatorischen Wirkung wurde vor allem durch Hahnemann und seine Nachfolger genauer beobachtet. Die Homöopathie macht sich diese Wirkungsabfolge bewusst zu Nutze.

Dies soll zum Abschluss am Beispiel des Opiums gezeigt werden.

Hier die Beschreibung eines Opiumrausches(
http://www.thema-drogen.net/drogen/opium-wirkung)
„Dabei hat der Rausch bei oraler Einnahme nach Angabe von Konsumenten eine deutlich stärkere Wirkung auf den Körper, gerauchtes Opium hingegen soll den Geist beflügeln und die Phantasie anregen. Opiumraucher berichten immer wieder von Halluzinationen, die oft einen erotischen Charakter haben. Als Nachwirkung des Opiumrausches können sich (meinst am nächsten Tag) Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen einstellen.“


Zum Vergleich ein Auszug aus der homöopathischen Materia Medica von Opium:
ALLES WIE IM TRAUM.
ENTSCHLUßLOß. VÖLLIGE APATHIE UND TEILNAHMSLOSIGKEIT.
WAHNIDEEN: SIEHT SCHRECHLICHE GESICHTER, IST LEICHTER ALS LUFT, AUCH SCHÖNE VISIONEN.
KOPFSCHMERZ IM HINTERKOPF ERSTRECKT SICH ZUM GESICHT.
BLAU-ROTES GESICHT DABEI.
GLASIGE AUGEN, GLÜCKLICHES GESICHT.
AUSSETZENDE ATMUNG NACH DOLANTIN.
MUß GEWECKT WERDEN UM NICHT ZU ERSTICKEN.
MANGEL AN REAKTION.


Man erkennt leicht, dass der Opium Rausch hier beschrieben ist. Homöopathisches Opium wird genau bei solchen Krankheitssymptomen eingesetzt, um den Patienten mit diesen Symptomen wiederzubeleben.

Die Homöopathie nutzt nun nicht die Erstwirkung oder Zweitwirkung dieser Droge, sondern deren
exzitatorische Wirkung aus.

Sie nutzt also den Moment der Wirkung, wenn die Dosis im Körper sich verringert. Homöopathische Medikamente enthalten so wenig Wirkstoff (nämlich keinen mehr), dass die Reaktion des Körpers auf die homöopathische Droge den der
exzitatorischen Wirkung darstellt bzw. dieser vergleichbar ist.
Homöopathie eignet sich bei Unfällen oder akuten Krankheiten besonders gut zur Behandlung, weil die Symptome meist eindeutig, massiv und neu sind. Sie lassen sich mit wenigen Blicken beobachten oder erfragen.

Es wird nun das homöopathische Mittel (mit erwarteter/gewünschter exzitatorischer Wirkung) gegeben, welches als stoffliche Gabe (also ohne Verdünnung und Potenzierung) genau diese Vergiftungs-Symptome hervorrufen würde.

Dabei haben sich über die Jahrhunderte sogenannte bewährte Mittel als besonders geeignet herauskristallisiert. Je nach kulturellem Umfeld oder Wohnsituation in den Bergen oder am Meer, gibt es tatsächlich verschiedene Unfallmedikamente, die dann akut eingesetzt werden.

Man denke an blutende Verletzungen, wo in Italien in Meeresnähe gerne die rote Koralle gegeben wird, in den Bergen eher Arnica oder Schafgarbe. Die Wirkung setzt in jedem Falle meist verblüffend schnell ein.

Homöopathie wird ausser in Unfall- und Verletzungsfällen oder bei akuten Erkrankungen immer mehr bei chronischen Erkrankungen eingesetzt. Hier erfolgt die Verschreibung nicht nur nach augenfälligen, körperlichen Symptomen, sondern zugleich sehr individuell, auf den Charakter des erkrankten Menschen bezogen.